Im vorigen Abschnitt haben wir Verschränkung auf einen erstprinzipiell wiederholbaren Satz zurückgeführt: Verschränkung ist zunächst die geteilte Verankerung im gemeinsamen Ursprungstakt, also eine Phasenverriegelung, und keine überlichtschnelle Gummischnur, die zwischen zwei Enden gespannt wäre. Beide Seiten schreiben ihre Messbasis und ihre Randbedingungen jeweils in das lokale Medium ein und erzeugen an der Schließungsschwelle, also an einer absorbierenden oder ausleseartigen Schwelle, ein einmaliges Ausleseereignis. Eine einzelne Seite wirkt weiterhin wie eine Blindbox; erst die gepaarte Statistik verändert sich stabil mit dem Winkel und zeigt deshalb starke Korrelation ohne Kommunikationsfähigkeit.
An diesem Punkt stellt sich meist eine zweite, härtere Frage: Wenn keine Fernanziehung im Spiel ist, wodurch wird diese Verankerung überhaupt räumlich erhalten? Die Antwort der EFT lautet nicht: durch einen niemals reißenden roten Faden. Sie lautet: durch die Frage, ob die Phasenbeziehung vom Rauschen zerstreut wird oder nicht. In rauscharmem Vakuum, in guten Wellenleitern und in verlustarmen Bauteilen kann die gemeinsame Ursprungsverankerung weit getragen werden. In Medien mit starker Streuung, thermischem Rauschen und driftenden Grenzen wird sie rasch dekohärent; die Sichtbarkeit der Korrelation sinkt dann systematisch mit den technischen Stellgrößen.
Damit ist die zweite Stufe der Verschränkung klar zu benennen: Korrelation wird aus einer rein statistischen Sprache in materielle Bedingungen der Formtreue im Energie-Meer zurückgeholt. Wir schreiben dies als Semantik des Spannungskorridors: Die gemeinsame Ursprungsverankerung ist keine abstrakte Beziehung, die über den beiden Enden schwebt. Sie wird in einem kontinuierlichen Medium durch eine Gruppe von verlustarmen, formstabilen Relaispfaden geschützt, abgetragen oder unterbrochen. So wird Verschränkung von etwas, das man zwar berechnen, aber schwer zeichnen kann, zu etwas, das sich auch zeichnen und technisch bearbeiten lässt.
I. Warum überhaupt von einer „Korridor-Semantik“ sprechen: Sonst hängt die Regel gemeinsamen Ursprungs in der Luft
Die Regel gemeinsamen Ursprungs beantwortet die Frage, woher die Korrelation kommt. Beantwortet man jedoch nicht, wodurch diese Regel weit getragen wird, kann sie leicht in zwei unzureichende Lesarten kippen.
- Die erste Fehllektüre ist die Version der Antworttabelle: Man nimmt an, die Quelle habe für alle Winkel an beiden Enden bereits alle Ergebnisse fest eingetragen, nur hätten wir diese Tabelle noch nicht gesehen. Das stößt direkt mit den experimentellen Befunden von Bell/CHSH, der Clauser-Horne-Shimony-Holt-Ungleichung, zusammen. Die Daten zeigen, dass der Winkel Teil der physikalischen Kopplung ist; man darf nicht voraussetzen, es gebe eine einheitliche große Tabelle, die vier verschiedene Messkontexte zugleich enthält.
- Die zweite Fehllektüre ist die rein statistische Version: Man gibt zwar zu, dass die Ergebnisse nicht vorab festgeschrieben sind, behandelt die starke Korrelation aber als bloßen mathematischen Zufall, als wäre die Erklärung erledigt, sobald eine gemeinsame Wahrscheinlichkeit hingeschrieben ist. Sobald man jedoch ins Labor geht, zeigt sich, dass die Qualität der Verschränkung stark mit materiellen Stellgrößen gekoppelt ist: Dieselbe Quelle, dieselben Messbasen – doch eine andere Faser, ein anderer Kristall, ein anderer Resonator oder ein anderes Zeitfenster ändern die Sichtbarkeit der Korrelation systematisch.
Gerade das weist darauf hin: Damit Verschränkungskorrelationen experimentell weit reichen und klar sichtbar bleiben, ist nicht entscheidend, dass zwischen den Enden eine zusätzliche Fernwirkung existiert. Entscheidend ist, ob die Verankerung im gemeinsamen Ursprungstakt während der Ausbreitung und in den Geräten formtreu erhalten bleibt. Da die Welt in der EFT eine kontinuierliche Fläche des Energie-Meeres ist, muss „Formtreue“ materiellen Bedingungen entsprechen: weniger Streuung, geringere Verformung, niedrigeres Rauschen und stabilere Grenzen. Der Spannungskorridor ist kein zusätzliches Teilchen und keine geheimnisvolle fünfte Kraft; er ist ein durch die Meereslage unter bestimmten Rand- und Umweltbedingungen selbstorganisiertes oder technisch erzeugtes verlustarmes Formtreueband, das die gemeinsame Ursprungsverankerung leichter tragen und sichtbar machen kann.
Die Korridor-Semantik hat noch einen unmittelbaren Nutzen: Sie macht die „Stärke“ der Verschränkung aus einem philosophischen Wort zu einer technischen Größe. Man muss nicht mehr nur sagen: Verschränkung ist vorhanden oder nicht vorhanden. Man kann sagen: Ist der Korridor verbunden? Bleibt er formtreu? Wird er vom Rauschen aufgeraut? Kann das Abgleichsfenster die Samples gemeinsamen Ursprungs noch verriegeln? Damit entsteht für den folgenden Abschnitt über Quanteninformation ein einheitliches Hauptbuch: Die Ressource stammt aus der Kontrollierbarkeit des Korridors, die Kosten aus seinem Verschleiß und seiner Reparatur.
II. Die materielle Definition des Korridors: ein verlustarmes Formtreueband im kontinuierlichen Meer
In der Basiskarte der EFT ist Ausbreitung nicht der Flug eines Teilchens durch leeren Raum, sondern das Voranschreiten einer Störung durch lokale Übergabe in einem kontinuierlichen Medium. Ein Korridor ist daher die Menge jener Pfadbedingungen, unter denen die Übergabe glatter verläuft, weniger streut und weniger Gestalt verliert.
Damit ein Korridor nicht als „Portal im Universum“ missverstanden wird, geben wir zuerst eine Minimaldefinition:
- Ein Korridor ist keine nulldicke Linie, sondern ein kritisches Band oder Leitband mit endlicher Querbreite: Innerhalb dieses Bandes liegen die Meeresvariablen – Dichte, Spannung, Textur und Takt – in einem Fenster, das Relaisübergaben begünstigt. Der sogenannte Identitäts-Mischungsgrad, der in Band 3 als Achse der Wellenpaket-Familien verwendet wird, ist hier keine eigene unabhängige Stellgröße des Bedienfelds. Er ist eine abgeleitete Lesung im Korridor: Er ergibt sich daraus, wie stark Textur und Takt auf dem Rauschboden zerstreut oder glattgebügelt werden, und beschreibt, wie viel von derselben Takt-Identität noch erhalten bleibt.
- Das Entscheidende am Korridor ist nicht „schneller“, sondern „weniger Verlust und weniger Verformung“: Dieselbe Störung kann in einem Korridor ihre erkennbare Identitätslinie leichter bewahren und deshalb am fernen Ende eher einmalig ausgelesen werden.
- Die Bildung eines Korridors hängt von Grenzen und Umgebung ab: Er kann in der Nähe kritischer Meereslagen selbstorganisiert entstehen oder durch Versuchsgeräte technisch gebaut werden. Glasfasern, Wellenleiter, Resonatoren, kollimierende Blenden und rauscharme Vakuumkanäle sind in diesem Sinn Formen von „Straßenbau“.
- Ein Korridor hebt die lokale Übergabe nicht auf: Er verändert die Pfadbedingungen und den Verlusthaushalt, aber er lässt den Prozess nicht über Zwischenschritte hinweg springen.
Grenzklärung: Korrelation ist nicht Kommunikation; verzögerte Wahl ist keine Rückwärtskausalität
Hier ist ein Zusatz wichtig: Der Korridor erleichtert die Regelübertragung nur im Sinn von Formtreue und geringem Verlust. Er bietet keine Abkürzung an der Ausbreitungsgrenze vorbei. Jede steuerbare Information muss weiterhin durch lokale Operation und klassischen Abgleich übertragen werden.
- Korrelationsstatistik entsteht aus Regel gemeinsamen Ursprungs plus Korridor-Formtreue. Sie liefert eine abrechenbare Bindung, aber keinen steuerbaren Nachrichtenkanal.
- Das Ändern der Messbasis oder eine verzögerte Wahl entspricht dem Ändern der Netzwerkgrenze und der Gruppierungsregel. Die Korrelation ändert sich mit den Bedingungen, doch das ist kein Informationsfluss in die Vergangenheit; sichtbar wird sie erst nach dem klassischen Abgleich beider Seiten.
- Bildung, Erhaltung und Verschleiß eines Korridors folgen weiterhin lokaler Übergabe und der Ausbreitungsgrenze. Er sorgt nur dafür, dass die Regel formtreuer getragen wird; er überspringt keine Zwischenschritte.
Die Funktion des Korridors lässt sich zunächst auf drei Punkte verdichten, die später immer wieder gebraucht werden:
- Kollimation: Eine ursprünglich stärker verteilte Hülle wird eher zu einem Strahl; geometrische Ausbreitung und mehrpfadige Verzeichnung werden reduziert.
- Formtreue: Erkennbare Strukturen wie Phase, Orientierung und Takt werden weniger leicht durch Rauschen zerlegt und bleiben deshalb besser abrechenbar.
- Abgleichfreundlichkeit: Ankunftszeit, Modenfamilie und Abschwächungsgesetz werden stabiler, sodass das Paarungsfenster für Samples gemeinsamen Ursprungs klarer wird.
Wenn wir von einem Spannungskorridor sprechen, betonen wir: Dieser Weg ist deshalb glatter, weil Spannungs-Steigung und Spannungsrauschen in ein schmaleres Schwankungsband gedrückt werden; die Übergabe wird zusammenhängender, und die Formtreue des Kohärenzskeletts beziehungsweise der Identitätslinie wird stärker. Bei Licht erscheint dies häufig als stabilere Polarisations- oder Phasenlinie; bei materiellen Prozessen kann es als geringeres Driften eines Kopplungstakts erscheinen. Der Korridor ist derselbe Begriff in unterschiedlichen Erscheinungsformen verschiedener Objekte.
III. Das Minimalmodell des Verschränkungskorridors: gemeinsame Wurzel an der Quelle und zwei verzweigte Korridore
Mit der materiellen Sprache des Korridors lässt sich die Ausbreitung eines verschränkten Paares sehr konkret zeichnen. Es sind nicht „zwei unabhängige Kügelchen, die hinausfliegen“, sondern eine gemeinsame Wurzel, die sich in zwei Äste verzweigt.
Das Minimalmodell lässt sich in einem Satz formulieren: Das Quellereignis schreibt eine Regel gemeinsamen Ursprungs in das Meer ein und bildet zugleich in der lokalen Meereslage ein kurzes geordnetes Band der gemeinsamen Wurzel. Danach verzweigt sich dieses geordnete Band entlang zweier erlaubter Richtungen und trägt die Fernreise der beiden Wellenpakete oder Strukturen. An den Enden kommt kein isoliertes Objekt an, sondern zwei lokale Realisierungen derselben Regel auf zwei Ästen.
Damit wird der Verschränkung keine unsichtbare Schnur aufgezwungen. Es wird vielmehr ein grundlegenderer Tatbestand anerkannt: Das Meer ist kontinuierlich, und jede starke Kopplungstransaktion – Paarerzeugung, Spaltung, Rekombination, Vernichtung und ähnliche Vorgänge – hinterlässt für eine endliche Zeit eine kontinuierliche Veränderungsspur. Man kann es sich so vorstellen: Zwei Teile werden aus derselben Form geprägt und tragen deren Gestalt weiter; auch das Spannungsfeld um die Form entspannt sich erst allmählich. Der Verschränkungskorridor ist die ferntragende Version eines solchen Spannungs- und Textur-Relaxationsbandes. Er ist nicht ewig unzerstörbar, aber innerhalb seines Fensters stabil genug, um die Regel formtreu weiterzutragen.
In diesem Modell bekommt Korrelation einen sehr anschaulichen Ort: Sie entsteht nicht dadurch, dass die beiden Enden sich bei der Messung gegenseitig benachrichtigen. Sie entsteht, weil beide Enden bereits vor der Messung dieselbe Korridorbindung teilen. Dreht man an beiden Enden die Messbasis, verwendet man im Grunde Siebe unter verschiedenen Winkeln, um dieselbe Bindung zu projizieren. Ändert sich der Projektionswinkel, verändert sich die Korrelationskurve nach einem stabilen geometrischen Gesetz.
Noch wichtiger: Der Korridor liefert einen natürlichen Mechanismus des Kettenabbruchs. Wird der Korridor unterwegs durch hinreichend starke Streuung, thermisches Rauschen, Modenmischung oder Grenzstörungen unterbrochen, können beide Äste nicht mehr mit derselben Regel abgeglichen werden. Die Qualität der Verschränkung sinkt dann, bis sie zu bloß klassischer Korrelation oder zu gar keiner Korrelation dekohäriert. Dieser Rückzugspfad ist ein materieller Prozess und benötigt kein Zusatzpostulat.
IV. Der Korridor ist kein Signalkanal: Warum ein „Pfad“ trotzdem keine Kommunikation ermöglicht
Sobald ein „Pfad“ eingeführt wird, taucht eine naheliegende Sorge auf: Wird daraus nicht doch wieder Fernwirkung, vielleicht sogar insgeheim Überlichtgeschwindigkeit? Die EFT muss an dieser Stelle sehr hart bleiben: Die Korridor-Semantik soll Korrelationen einen materiellen Ort geben, nicht der Kommunikation eine Hintertür öffnen.
Die Grenze lässt sich mit zwei Punkten festhalten:
- Auslesung ist Schließung über eine Schwelle. Wenn jedes Ende ein „+“ oder „−“ ausgibt, wird kein Etikett abgelesen; es findet eine lokale Transaktion statt. Der Transaktionspunkt wird von lokalem Rauschen und von der Schwellenkette mitbestimmt. Deshalb wirkt das Einzelergebnis zwangsläufig wie eine Blindbox. Man kann es nicht auf einen bestimmten Wert festlegen und daher auch nicht als Codierer benutzen.
- Korrelation wird erst durch Abgleich sichtbar. Die einseitige Folge bleibt von Anfang bis Ende zufällig; ihre Randverteilung wird durch die Einstellung des entfernten Endes nicht verzerrt. Erst wenn die Aufzeichnungen beider Seiten in einem Abgleichsfenster gepaart und nach derselben Regel gruppiert werden, tritt das Korrelationsmuster hervor. Verändern kann man, wie gruppiert und abgeglichen wird; nicht verändern kann man die einseitige Ausgabenverzerrung am fernen Ende.
Die Rolle des Korridors besteht hier darin, eine gemeinsame Ursprungsbindung formtreu zu tragen, nicht darin, eine steuerbare Nachricht zu übertragen. Er ähnelt eher einer Telefonleitung in Bezug auf Klangtreue: Die Leitung sorgt dafür, dass eine Stimme weniger verzerrt wird, aber sie entscheidet nicht, was gesagt wird. Wenn kein steuerbarer Inhalt eingespeist wird, kann auch die beste Leitung keinen steuerbaren Inhalt übertragen.
Zugleich hebt der Korridor die lokale Übergabe nicht auf. Selbst wenn er die Ausbreitung glatter und genauer macht, verändert er nur Verlust- und Streubudgets, nicht die Tatsache, dass der Prozess Zwischenschritt für Zwischenschritt entlang des Pfades voranschreitet. Kausalität muss weiterhin entlang des Pfades laufen. Die Sichtbarwerdung der Verschränkungskorrelation hängt nicht von einer quer durch den Raum wirkenden Kausalität im Messmoment ab, sondern davon, ob dieselbe Ursprungsbindung vor der Messung formtreu zu beiden Enden getragen wurde. Deshalb widerspricht sie dem Lokalitätsprinzip aus Band 4 nicht.
V. Die Korridor-Übersetzung von CHSH: Wie vier Siebe die Auslesung auf „derselben Straße“ verändern
Setzt man Bell/CHSH in das Korridormodell, geht es nicht darum, Formeln auswendig zu lernen. Entscheidend ist ein oft übersehener physikalischer Punkt: Die Messbasis ist kein reiner Knopf; sie ist ein Kopplungsbauteil. Dreht man einen Polarisator oder schaltet man den Detektionskanal um, wechselt man am Ende des Korridors ein Sieb mit anderem Winkel ein. Dieses Sieb trennt nicht nur Ergebnisse, sondern verändert auch die lokal erreichbaren Kanäle und die Schließungsschwelle.
Dass die klassische Grenze überschritten werden kann, liegt nicht daran, dass die Welt heimlich Nachrichten überträgt. Der Grund ist vielmehr, dass man etwas verlangt, was das Material nicht erlaubt: Man möchte, dass dieselbe Ursprungsbindung für vier einander ausschließende Kontexte, A, A′, B und B′, eine einheitliche Antworttabelle liefert. In der Korridorsprache entspricht das der Forderung, dieselbe Straße solle unter vier verschiedenen Randbedingungen am Ende vollständig dieselbe Straße bleiben – obwohl diese Endgrenzen vor Ort erst eingeschoben werden und nicht schon ab Werk festliegen.
Die EFT übersetzt CHSH daher in einen sehr harten mechanischen Satz: Vorfestgelegt ist nicht das Ergebnis, sondern die Regel gemeinsamen Ursprungs. Das Ergebnis entsteht bei lokaler Schließung über eine Schwelle. Die „Einstellung“ selbst verändert die lokale Kanalgeometrie, sodass die vier Kontexte nicht in eine einzige gemeinsame Verteilungstabelle gepresst werden können.
Der Korridor liefert in dieser Kette die Gleichheit der Herkunft: Die vier Kontexte ändern das End-Sieb und die lokale Schwellenkette, nicht aber die Ursprungsbindung selbst. Man projiziert weiterhin dieselbe Straße und dieselbe Regel; deshalb bleibt die Korrelationskurve stabil. Man hat aber kein Recht, von ihr zu verlangen, unter vier Sieben vorab vier Sätze von Antworten auszugeben.
In die Sprache experimenteller Stellgrößen übersetzt, kann man sich den Mechanismus so merken:
- Siebwinkel = Messbasis: Er entscheidet, unter welcher Orientierung die gemeinsame Ursprungsbindung am Ende des Korridors „geschnitten“ wird.
- Das Sieb baut den Weg um: Verschiedene Einstellungen entsprechen unterschiedlicher Kopplungsgeometrie und verschiedenen Schwellenketten. Die lokale Schließung bevorzugt bestimmte Kanäle und schließt andere aus.
- Eine einzelne Seite bleibt immer Blindbox: Wie man das Sieb auch dreht, man kann das einseitige Ergebnis nicht auf einen bestimmten Wert festlegen. Deshalb entsteht kein Kommunikationskanal.
- Die beidseitige Korrelation ist geometrisch: Verändert sich der Winkelabstand der beiden Siebe, ändert sich die Korrelationsstärke entlang einer stabilen Kurve. Das ist die direkte Erscheinung derselben Regel, die unter unterschiedlichen Winkeln projiziert wird.
VI. Korridore verschleißen: Kohärenzskelett, Rauschboden und Abgleichsfenster als drei Stellgrößen
Wenn Verschränkung als Korridormechanismus geschrieben wird, ist nicht mehr mysteriös, warum Verschränkungsqualität gut oder schlecht sein kann: Die materielle Beschaffenheit des Korridors ändert sich. Am nützlichsten ist eine Zerlegung in drei technische Stellgrößen, die jeweils zu einem anderen Dekohärenzpfad gehören.
- Erste Stellgröße: Bleibt das Kohärenzskelett formtreu? Bei Photonen sinkt die Sichtbarkeit der Korrelation, wenn die Polarisationslinie, die Phasenreferenz oder die Modenfamilie während der Ausbreitung zufällig rotiert, gemischt oder gespalten wird. Am Ende lässt sich das Signal dann nicht mehr mit einem stabilen Sieb projizieren. Doppelbrechungsdrift in Glasfasern, Polarisationsmodendispersion und streuungsbedingte Modenmischung gehören zu dieser Art von Verschleiß.
- Zweite Stellgröße: Hebt sich der Rauschboden? Thermisches Hintergrundrauschen, Streurauschen, Dunkelzählungen, Mehrpaar-Emission und Phasenjitter durch Umgebungsbewegung können Samples gemeinsamen Ursprungs mit unzugehörigen Samples überdecken. Statistisch bleibt vielleicht noch etwas Korrelation sichtbar, aber der Kontrast wird verdünnt und verlangt unter Umständen stärkere Nachselektion.
- Dritte Stellgröße: Kann das Abgleichsfenster noch Samples gemeinsamen Ursprungs verriegeln? Verschränkungsexperimente sehen nie „zwei Teilchen, auf denen dasselbe Wort steht“. Sie paaren Ereignisse beider Enden über Zeitstempel oder Triggerfenster. Wenn Laufzeitjitter zunimmt, Ankunftszeiten breiter werden oder instabile Pfade driften, wird die Paarung schmutziger. Sobald die Fehlpaarungsrate steigt, verschwindet die Korrelation wie ein verwischtes Interferenzmuster.
Die Korridorsprache fasst diese drei Stellgrößen in einen Satz: Je glatter der Weg, desto stärker die Formtreue; je niedriger das Rauschen, desto sauberer der Untergrund; je genauer der Abgleich, desto reiner die Stichprobe. Dann wirkt Verschränkung wie eine harte Ressource. Wird der Korridor dagegen aufgeraut oder die Kette unterbrochen, dekohäriert Verschränkung zurück zu gewöhnlicher Statistik.
„Verschränkung machen“ ist in der EFT daher zuerst eine Lehre vom Straßenbau:
- Für stärkere Korrelation: den Weg bauen – den Korridor enger, gerader und streuungsärmer machen; zugleich die Endgrenzen kontrollieren, damit die Geometrie der Siebe stabiler wird.
- Für größere Störfestigkeit: Rauschen senken – den Rauschboden absenken und mit Filtern, Modenselektion, Resonatoren, Tieftemperatur und Schwingungsisolierung unzugehörige Kanäle schließen.
- Für bessere Nutzbarkeit: abgleichen – das Paarungsfenster reinigen und mit Trigger-Schwellen, Zeitfenstern und räumlicher Modenauswahl die Samples gemeinsamen Ursprungs aus dem Hintergrund herausheben.
VII. Experimentelle Prüfung: Wie sich der „Korridor“ mit Stellgrößen testen lässt
Der Wert des Korridormechanismus liegt nicht darin, dass er „realistischer klingt“, sondern darin, dass er eine Reihe handhabbarer Abgleichspunkte liefert. Man kann Pfad, Medium, Grenzen und Schwellen systematisch verändern, Korrelationen stärken oder schwächen und beobachten, wie diese Änderungen mit Rauschen, Laufzeitdrift und Modenmischung zusammenhängen.
Im Folgenden stehen einige Prüfideen, die nicht von einer bestimmten mathematischen Formulierung abhängen, experimentell aber sehr nützlich sind. Sie sagen kein neues Teilchen voraus, sondern zerlegen dasselbe Phänomen in eine manipulierbare materielle Kausalkette:
- Pfad aufrauen: Fügt man dem Ausbreitungspfad kontrollierte Streuung oder zufällige Doppelbrechung hinzu, etwa durch kontrollierte Störung einer Glasfaser, sollte vor allem die Formtreue des Skeletts leiden. Der Kontrast der Korrelationskurve sinkt, während die einseitige Verteilung näherungsweise unverändert bleibt.
- Fenster verschmutzen: Verbreitert man absichtlich das Abgleichszeitfenster oder erhöht den Ankunftsjitter, sollte vor allem die Reinheit der Stichprobe leiden. Die Korrelation wird vom Hintergrund verdünnt; mit strengerer Gruppierung oder engerem Fenster kann sie teilweise wiederhergestellt werden.
- Grenzen zur Modenauswahl: Führt man Resonatoren, schmalbandige Filter, Einmoden-Wellenleiter und andere starke Grenzen ein, sollte dies Kollimation und Formtreue des Korridors stärken. Die Korrelation wird stabiler, die Drift kleiner.
- Medienvergleich: Dieselbe Quelle und dieselben Detektoren sollten in freiem Raum, gewöhnlicher Glasfaser, polarisationserhaltender Faser und integriertem Wellenleiter systematische Unterschiede der Verschränkungsqualität zeigen. Diese Unterschiede lassen sich als verschiedene Korridorparameter verschiedener materieller Phasen lesen: Streuung, Dispersion und Texturdrift.
- Grenztest: In extremem Rauschen oder in stark streuenden Medien sollte die Korrelation rasch dekohärieren. Durch Nachselektion – reineren Abgleich und Modenauswahl – kann sich in einer Teilstichprobe jedoch ein Teil der Korrelation wiederherstellen lassen. Das entspricht dem Herausgreifen noch verbundener Äste aus einem gebrochenen Wegenetz.
Am Ende lässt sich dieser Abschnitt in drei Punkten zusammenfassen:
- Die zwei Schritte der Verschränkung: Die Regel gemeinsamen Ursprungs erklärt, warum Korrelation entsteht; der Spannungskorridor erklärt, wodurch sie weit getragen und wie sie geschützt oder abgetragen wird.
- Der Korridor ist keine Signalleitung: Er trägt Bindungen formtreu, aber die Auslesung entsteht weiterhin bei lokaler Schließung über eine Schwelle. Deshalb kann starke Korrelation bestehen, ohne dass Kommunikation möglich wird.
- Auch die Bildung des Korridors und die formtreue Übertragung folgen der Relaisgrenze. Getragen wird die Abgleichbarkeit einer Bindung oder Kohärenzregel, nicht eine steuerbare Nachricht.