Bis zu diesem Abschnitt hat das zweite Kampfgebiet von Band 6 nacheinander vier Fenster geprüft: Dynamik, Linsenwirkung, nichtthermische Strahlung und Haufenverschmelzungen. Abschnitt 6.8 hat gezeigt, dass zusätzliche Anziehung nicht automatisch in einen zusätzlichen Materieeimer übersetzt werden muss. Abschnitt 6.9 hat gezeigt, dass auch Abbildung auf dieselbe Basiskarte zurückgeführt werden muss. Abschnitt 6.10 zog die kurzlebige Welt und die Hintergrundgrundplatte in die Gesamtbilanz. Abschnitt 6.11 schließlich brachte dieselbe Basiskarte in eine Ereignisszene und prüfte, ob sie sich in Phase und Zeitfolge sichtbar macht.

Genau darin liegt die Aufgabe von 6.12. Dieser Abschnitt ergänzt kein verstreutes Einzelphänomen, sondern legt die Gesamtbilanz des zweiten Kampfgebiets vor. Denn Strukturbildung zeigt am deutlichsten, ob eine Theorie nur darüber spricht, „wie viel von etwas vorhanden ist“, oder ob sie erklären kann, „wie Dinge organisiert werden“. Wenn eine Theorie eine einzelne Rotationskurve erklären kann, aber nicht sagen kann, warum das Universum Gerüste, Hauptrouten, Knoten, Scheiben und Jets ausbildet, dann sind die vorherigen lokalen Erfolge noch nicht wirklich zusammengeführt.

Deshalb steht 6.12 unter einem anderen Druck als die vorangegangenen Abschnitte. Die Abschnitte 6.8 bis 6.11 lassen sich als fensterweise Prüfung lesen: Sie untersuchen Dynamik, Abbildung, Strahlung und Ereignishaftigkeit. 6.12 muss diese vier Rechnungen zu einer einzigen Wachstumskette der Struktur verdichten. Wenn die vorherigen Fenster hier nicht zu einer Gesamtbilanz schließen, wird der Leser leicht wieder von dem Satz „Das kosmische Netz muss doch zuerst von jemandem aufgebaut worden sein“ zurück zum Dunkelhalo-Gerüst geführt. Erst wenn lokale Anziehung, lokale Projektion, lokale Strahlung und lokale Ereignisse wieder auf dieselbe wachsende Basiskarte zurückgeführt werden, steht das zweite Kampfgebiet wirklich fest.

Bei der Strukturbildung geht es nun nicht mehr darum, die Definition des Beobachterstandpunkts noch einmal zu wiederholen. Entscheidend ist, ob dieselbe Lesart die Wachstumskette durchgängig erzählen kann. Wir stellen uns das Universum nicht mehr als eine bereits fertig gebaute Stadt vor, um dann zu fragen, „welches Material in welchem Lagerhaus liegt“. Wir erkennen vielmehr an, dass wir uns im Inneren dieser Stadt befinden und beobachten, wie sie weiter wächst, Brücken ergänzt, Wege verlegt und ihr Wegenetz einschreibt. Strukturbildung sollte daher auch nicht länger heißen: „Zuerst gibt es ein unsichtbares Gerüst, anschließend füllt sichtbare Materie es auf.“ Sie sollte heißen: Wie werden Wege gebaut? Wie werden Brücken gezogen? Warum gewinnen Knoten? Warum bleibt eine Scheibe stabil?


I. Warum das Universum kein gleichmäßiger Suppentopf ist

Die heutige astronomische Beobachtung liefert uns nie eine gleichmäßig ausgestreute Punktkarte. Zoomt man vom einzelnen Galaxiesystem weg, zeigt das Universum einen starken Gerüstcharakter: Manche Regionen werden zu langen Filamenten ausgezogen, andere zu Wandflächen ausgebreitet, an einigen Stellen bilden sich dichte Knoten, während große Bereiche dünn und leer wirken, wie ausgesparte Felder zwischen den Gerüststrängen. Zoomt man wieder in die Nähe solcher Knoten hinein, erscheint eine zweite, ebenso auffällige Strukturklasse: Scheiben, Spiralarme, Balken, Jets und die Kanäle, die sie langfristig speisen.

Das ist nicht nur wichtig, weil es eindrucksvoll aussieht. Es berührt unmittelbar den Kern der kosmologischen Erklärungskette. Wäre das Universum bloß ein Fall von „hier ist etwas mehr Material, dort etwas weniger“, dann wäre das natürlichste Endbild eher eine Ansammlung verschwommener Klumpen. Es würde nicht so stabil Richtung, Hauptrouten, Gerüste, Knoten, Scheiben und fernreichende Jets ausbilden. Die Wirklichkeit zeigt jedoch gerade: Strukturbildung betrifft nicht nur die Menge des Materials, sondern die Wege, nach denen dieses Material organisiert wird, die Betriebsbedingungen, die es filtern, und die Regeln, die es über lange Zeit formtreu halten.


II. Struktur beginnt nicht mit dem Anhäufen von Dingen, sondern mit dem Bau von Wegen

Band 1 hat bereits zwei wichtige Merksätze gesetzt: Textur ist der Vorläufer von Filamenten; Filamente sind die kleinsten Baueinheiten. Auf makroskopischer Skala verlieren diese Sätze nicht ihre Gültigkeit; ihre Erscheinung wird nur größer. Im Mikroskopischen erklären wir mit linearer Streifung, Wirbeltextur und Takt Bahnen, Verriegelungen und Moleküle. Im Makroskopischen müssen wir mit denselben drei Größen das kosmische Netz, Galaxienscheiben und langfristige Kanäle erklären. Anders gesagt: Die Skala ändert sich, die zugrunde liegende Herstellungstechnik nicht.

Merken kann man sich hier zunächst einen Satz: Spin-Wirbel formen Scheiben; lineare Streifungen formen Netze. „Lineare Streifungen formen Netze“ heißt nicht, dass dem Universum von Anfang an eine fertige Linienkarte beigelegt wäre. Es heißt, dass zwischen tiefen Mulden zunächst Brückenrichtungen entstehen, also Richtungen, in denen der Weg leichter wird. Diese Brückenrichtungen werden durch Zufuhr, Rückfüllung und Formerhaltung immer wieder verstärkt, bis sie zu Filamentbrücken und Netzwerken heranwachsen. „Spin-Wirbel formen Scheiben“ heißt ebenso wenig, dass irgendwo bereits eine Scheibe bereitsteht, die nur noch gefüllt werden muss. Es heißt: Der Eigendrehimpuls eines Knotens und der nahe Seezustand schreiben den ursprünglich radialen Zufluss in Umkreisung, Bahnbindung und Ausbreitung um. So wächst die Scheibe von selbst.

Alltagsnah lässt sich dieser Prozess als Stadtbau verstehen. Eine Stadt hat nicht zuerst eine vollständig fertige Straßenkarte, in die anschließend Menschen und Waren eingefüllt werden. Häufiger ist der Ablauf: Es gibt zunächst einige wirklich wichtige Knoten. Zwischen diesen Knoten entstehen die kräftesparendsten Hauptrouten. Hauptrouten ziehen mehr Personen- und Warenströme an, werden dadurch breiter, stabiler und stärker genutzt. Erst danach differenzieren sich in der Nähe der Knoten Ringstraßen, Auffahrten, Viertel und dichte Innenstadtzonen. Kosmische Strukturbildung lässt sich materialwissenschaftlich ähnlich lesen: nicht als unsichtbares Großgerüst, das zuerst fertigsteht, sondern als Wachstum von Wegen.


III. Warum der Mainstream stark ist: Weshalb das Dunkelhalo-Gerüst so lange im Zentrum stand

Die Mainstream-Kosmologie stützt sich nicht nur deshalb so stark auf Dunkle Materie, weil sie Rotationskurven reparieren will. Sie möchte mit derselben Sprache eines Stoffeimers drei harte Aufgaben auf einmal lösen: Wer baut zuerst das großskalige Gerüst? Wer leitet die gewöhnlichen Baryonen zu diesem Gerüst? Wer sorgt dafür, dass die späteren Strukturen langfristig stehen bleiben? Sobald man zunächst eine große, nahezu kollisionsfreie, fast unsichtbare Komponente akzeptiert, die zusätzliche Anziehung bereitstellt, lassen sich viele Probleme in einem Satz verdichten: Wo Strukturen früh entstehen, hat sich zuerst ein dunkler Halo gebildet; wo Strukturen stabiler sind, ist der Halo tiefer; wo das Filamentnetz deutlicher ist, hat der Halo das Gerüst vorher aufgebaut.

Diese Erzählung war nicht nur deshalb lange stark, weil sie ordentlich klingt. Sie hat tatsächlich die drei härtesten Punkte der Strukturbildung erfasst: Führung, Zufuhr und Formerhaltung. Sie bündelt drei Dinge, die eigentlich getrennt untersucht werden könnten, in einem einzigen vorausgesetzten Gerüst. Gerade deshalb darf EFT ihr in der Strukturbildung nicht bloß mit dem Satz begegnen: „Wir können das auch erklären.“ EFT muss eine ebenso vollständige, aber materialwissenschaftlich natürlichere durchgehende Prozesskette anbieten.


IV. Wo der Mainstream stecken bleibt: Das Gerüst ist ordentlich, aber zu statisch

Das Problem besteht nicht darin, dass der Mainstream keine Erklärungskraft hätte. Das Problem ist, dass er Strukturbildung zu leicht als statischen Bauplan schreibt. Zuerst stellt ein unsichtbarer Eimer die Gruben und das Gerüst bereit, anschließend fällt sichtbare Materie allmählich hinein. Der größte Vorteil dieser Schreibweise liegt in ihrer Ordnung. Zugleich flacht sie viele wirklich dynamische Prozesse ab: Warum gibt es Richtungsbias? Warum entstehen stabile Hauptrouten? Warum werden Knotenbereiche nicht einfach zu Kugelhaufen, sondern zu Scheiben? Warum können starke Kanäle unter bestimmten Betriebsbedingungen als hochgradig formtreue Jets sichtbar werden?

Noch wichtiger ist: Diese Schreibweise lagert viele spätere Arbeitsschritte leicht an dasselbe unsichtbare Lager aus. Das Gerüst hängt daran, die Formerhaltung hängt daran, die Tiefmulde hängt daran, und viele Richtungen hängen zunächst ebenfalls daran. Dadurch wirkt die Theorie im großen Rahmen sparsam, muss aber für Scheiben, Kerne, Feedback, Ausrichtung, Jets und Umweltdifferenzen immer wieder zusätzliche Module hinzunehmen. Kurz gesagt: Ihre Stärke liegt in einem sauberen vorausgesetzten Gerüst; ihre Schwäche liegt darin, dass viele spätere Details weiterhin Nacharbeit verlangen.


V. Die Strukturzeitfolge von EFT: erst Potentialmulden, dann Brückenrichtungen, dann Netze

Strukturbildung in die Sprache von EFT umzuschreiben, beginnt damit, die Zeitfolge richtig zu setzen. Die Frage sollte nicht mehr lauten: „Zuerst existiert ein Netz, danach fällt etwas in dieses Netz hinein.“ Ebenso wenig sollte sie lauten: „Zuerst existiert ein unsichtbarer großer Kugelhalo, danach füllt sichtbare Materie passiv die Grube.“ Näher an der Hauptlinie von Band 6 liegt die Folge: Zuerst entstehen ausreichend tiefe Spannungspotentialmulden. Zwischen diesen Mulden schreiben sich Brückenrichtungen und Wegspuren ein. Diese Brückenrichtungen wachsen durch fortgesetzte Zufuhr, Rückfüllung und Formerhaltung zu wirklichen Filamentbrücken und Netzwerken heran.

Das hängt direkt mit den zuvor besprochenen Richtungsnachbildern zusammen. Bereits oben wurde daran erinnert, dass das frühe Universum keine absolut gleichmäßige und absolut synchrone weiße Fläche war. Starke Durchmischung kann großskalige Unterschiede senken, aber sie löscht nicht jedes langwellige Richtungsgedächtnis auf null. In jener Epoche, in der Filamente zu entstehen beginnen, Teilchenbildung versucht wird und kurzlebige Strukturen in hoher Frequenz entstehen und vergehen, werden diese kleinen Präferenzen immer wieder ausgewählt, verstärkt und abgelagert. Zuerst sinken sie zu Potentialmulden ab. Zwischen den Potentialmulden schreiben sich allmählich Brückenrichtungen und Wegspuren ein. Das kosmische Netz wächst also nicht später plötzlich aus dem Vakuum heraus; es ist das reife Gerüst einer frühen Richtungserinnerung, die fortgewachsen ist.

Aus diesem Blickwinkel ist das im CMB (kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung) zurückgelassene Richtungsnachbild kein Seitenzweig, der mit Strukturbildung nichts zu tun hätte. Es ähnelt eher dem Negativ einer großskaligen Wegstruktur, bevor diese schon vollständig zu einem Netz herangewachsen war. In der Negativphase erkennt man nur die Umrisse von Richtungsprägungen. Später treten diese Umrisse schrittweise als Brückenrichtungen, Filamentbrücken, Knotenpräferenzen und reifere Strukturgerüste hervor.

Dieser Schritt ist deshalb entscheidend, weil er Strukturbildung von einer späten Lehre der Anhäufung in eine Materialwissenschaft verwandelt: zuerst die Route, dann der Strom, dann das Gerüst. Ohne Potentialmulde gibt es keine Brückenrichtung. Ohne Brückenrichtung bleibt lineare Streifung nur ein abstraktes Adjektiv. Ohne fortlaufende Zufuhr und Rückfüllung, die eine Brückenrichtung verstärken, bleibt auch das kosmische Netz nur eine nachträglich gezeichnete Statistikfigur.


VI. Lineare Streifungen formen Netze: Zwischen tiefen Mulden entstehen Brücken von selbst

Die beste Intuition für lineare Streifungen beginnt nicht bei einer zufälligen Punktwolke, sondern bei einem gespannten Tuch. Wenn die Tuchfläche nur vereinzelte Falten trägt, bildet sie nicht von selbst stabile Hauptrouten. Drückt man jedoch einige wirklich gewichtige tiefe Punkte in das Tuch, werden diese Punkte sofort zu Zugzentren. Wenn mehrere Zugzentren miteinander wechselwirken, entsteht am natürlichsten keine völlig chaotische Kurvenlandschaft, sondern eine direktere Dehnungsbrücke zwischen tiefem Punkt und tiefem Punkt.

Im makroskopischen Kosmos ist der anschaulichste Ursprung linearer Streifungen genau eine solche Spannungsbrücke. Schwarze Löcher, tiefe Muldenknoten oder allgemeiner eine Gruppe ausreichend tiefer Spannungspotentialmulden schreiben zunächst in den umgebenden Seezustand eine Karte ein, die zeigt, in welche Richtung er leichter geradegezogen wird. Dass manche Richtungen glatter sind, bedeutet also nicht, dass das Universum diese Richtung plötzlich bevorzugt. Es bedeutet: Zwischen tiefen Mulden ist zuerst eine Brücke entstanden. Sobald eine Brücke da ist, lassen sich spätere Transporte leichter entlang derselben Route abrechnen. Seitliche Streuung wird gedrückt, longitudinale Formerhaltung erhöht. Was anfangs nur ein Band bevorzugter Richtung war, wächst allmählich zu einem wirklichen Filamentbündel heran.

Auch Wände lassen sich in diese Sprache zurückholen. Wenn mehrere benachbarte Potentialmulden annähernd in derselben Ebene ziehen, muss das Brückenband nicht sofort zu einer einspurigen dünnen Linie gepresst werden. Es kann zunächst eine breitere, plattenartige Leitbahn bilden. Nach fortgesetztem Transport und Rückfüllung erscheint ein solches plattenartiges Band als Wand. Damit wird der Unterschied zwischen Filament und Wand nicht mehr rätselhaft: Beide stammen aus Brücken; sie werden nur unter unterschiedlichen geometrischen Bedingungen zu Wegen mit verschiedenem Querschnitt zusammengedrückt.

Sobald das Brückennetz Gestalt annimmt, erhalten auch Hohlräume eine sehr natürliche Erklärung. Hohlräume sind keine geheimnisvollen Verbotszonen und erst recht keine Bereiche, die eine besondere Kraft eigens leergeräumt hätte. Sie sind einfach Zonen niedriger Aktivität, die langfristig weder auf den wichtigsten Brückenrichtungen noch in der Nähe tiefer Mulden noch auf Linien starker Zufuhr liegen. Je stabiler Brücken und Knoten werden, desto stärker wirken Hohlräume wie Bereiche, die vom Netzwerk umgangen werden.


VII. Spin-Wirbel formen Scheiben: Warum Knoten nicht einfach zu Kugelhaufen werden

Bis hierhin steht das Gerüst des kosmischen Netzes. Es bleibt jedoch eine weitere Kernfrage: Warum wachsen viele Knotenbereiche am Ende nicht einfach zu kugelförmigen Haufen heran, sondern zeigen Scheiben, Spiralarme, Balken und sogar langfristig stabile gerichtete Jets? An dieser Stelle müssen „lineare Streifungen formen Netze“ und „Spin-Wirbel formen Scheiben“ wirklich zu einer Kette verschweißt werden. Ferne Struktur wird durch lineare Streifungen als Weg geschrieben; nahe an der Quelle organisiert Wirbeltextur die Umlenkung.

Das Netzwerk sorgt für fernreichende Speisung; Knoten und tiefe Mulden sorgen für die nahe Umordnung. Wenn Zufuhr ununterbrochen entlang von Filamentbrücken eintrifft und in der Nähe eines Knotens ein dauerhafter Eigendrehimpuls oder ein stabiler Drehsinn des nahen Seezustands besteht, wird ein Strom, der zunächst eher radial hinabfällt, in Umkreisung, Bahnbindung und Ausbreitung umgeschrieben. Eine Scheibe ist nicht zuerst da, um später gefüllt zu werden. Zuerst steht die tiefe Mulde, dann kommt Zufuhr, dann schreibt der Spin die begehbaren Wege in eine Scheibe um. Wie ein großer Kreisverkehr den ursprünglich direkt ins Zentrum fahrenden Verkehr in Umlauf zwingt und daraus stabile Ein- und Ausfahrten bildet, entsteht auch die Scheibe dadurch, dass die Art des Weges umgeschrieben wird.

Auf diese Weise sind Filamente, Wände, Netze und Scheiben keine voneinander isolierten Namen mehr, sondern Glieder einer durchgehenden Prozesskette: Potentialmulden stellen zuerst das Feld, Brückenrichtungen treten zuerst hervor, Brückenbänder wachsen zu Filamenten und Wänden, mehrere Brücken sammeln sich zu Knoten, und in Knotennähe organisiert die Wirbeltextur die Zufuhr zur Scheibe. Strukturbildung beginnt nicht mit dem Stapeln von Dingen, sondern mit der Organisation von Wegen, Brücken, Knoten und naher Rotation.

Auch Jets erscheinen dann nicht mehr als plötzlich auftauchende Wunder. Sie sind eher das helle Schild der Kanalphysik unter extremen Betriebsbedingungen. Wenn ein Korridor glatt genug, eng genug und formtreu genug gebaut ist, erscheint der Transport stark gerichtet, stark kollimiert und weitreichend. An dieser Stelle müssen nicht alle Details von Jets ausformuliert werden. Es genügt, sie zunächst als Schnittstelle zu setzen: Wenn Kanalphysik unter extremen Bedingungen Jets hervorbringen kann, dann ist es umso natürlicher, dass sie unter gewöhnlicheren Bedingungen Filamentbrücken und Netzwerke schreibt.


VIII. GUP (Verallgemeinerte instabile Teilchen), STG (Statistische Spannungsgravitation) und TBN (Spannungs-Hintergrundrauschen): keine vorausgesetzten dunklen Halos, sondern ein dynamisches Gerüst

Die Hauptaufgabe dieses Abschnitts besteht zwar darin, Strukturbildung aus der Hand des Dunkelhalo-Gerüsts zurückzuholen. Das bedeutet jedoch nicht, dass EFT den Dunklen Sockel aus der Strukturbildung streicht. Im Gegenteil: Die vorherigen Abschnitte haben wiederholt einen verdichteten Satz vorbereitet: Kurzlebige Strukturen formen zu Lebzeiten Gefälle; nach ihrem Tod heben sie den Sockel. In der Strukturbildung ist dieser Satz keine Parole mehr, sondern konkrete Verfahrenstechnik.

STG liefert dynamische Gefällebildung. In bestimmten Regionen erleichtert das mittlere Ziehen kurzlebiger Strukturen während ihrer Existenz, dass vorhandene Potentialmulden und Brückenrichtungen verstärkt werden. TBN hebt den Hintergrundsockel. Massives Dekonstruieren und Rückinjizieren verrühren viele Details zu einer breitbandigen Grundschicht, die späteres Wachstum von Brückenbändern und die Erhaltung von Kanälen statistisch unterstützt. GUP liefert dabei eine wichtige Erkenntnisbrücke: Es braucht nicht zuerst einen großen Eimer langfristig stabiler, unsichtbarer Teilchen. Wenn genügend kurzlebige Strukturen über genügend lange Zeit fortlaufend auftreten, können sie statistisch ebenfalls eine ausreichend tiefe mittlere Gravitationsumgebung formen.

Aber die Zeitfolge muss hier stabil bleiben. Der Dunkle Sockel kehrt die Ordnung der Strukturbildung nicht um. Er gibt nicht zuerst eine unsichtbare große Kugelschale vor, in die anschließend alles hineinfallen muss. Die genauere Formulierung lautet: Zuerst gibt es Potentialmulden; zwischen ihnen entstehen Brückenrichtungen; anschließend wachsen Brückenbänder durch fortgesetzte Zufuhr und Rückfüllung zu Netzen. Der Dunkle Sockel hebt in diesem Prozess den Hintergrund, formt Gefälle, speist und durchmischt. Er ist ein dynamisches Gerüst, nicht das vorausgesetzte Skelett.


IX. TCW (Wellenleiter des Spannungskorridors) und Prüflinien: Anwendungsschnittstellen, keine Universalschlüssel

TCW ist in diesem Abschnitt erwähnenswert, nicht weil es mit einem Schlüssel alle Türen öffnen könnte, sondern weil es besonders klar sichtbar macht, dass Wege wirklich existieren können. Wenn Seezustände tatsächlich erst Wege, dann Korridore schreiben und entlang dieser Korridore hochgradig formtreuen Transport ermöglichen, dann ist die Aussage, „großskalige kosmische Gerüste können auch ohne vorausgesetztes Dunkelhalo-Gerüst organisiert werden“, keine bloße Abstraktion mehr. TCW ist eher eine Anwendungsschnittstelle, an der Kanalphysik unter bestimmten Betriebsbedingungen besonders deutlich wird.

Ebenso darf dieser Abschnitt nicht nur Konzepte erzählen und die Prüfung auslassen. Wenn die Strukturbildungskette von EFT trägt, sollten mindestens einige prüfbare Erscheinungen leichter zu beobachten sein:

Umgekehrt gilt: Wenn künftige systematische Beobachtungen solche Richtungs-Kovarianzen nicht finden, keine statistische Beziehung zwischen Knotenspin und Scheibenebenen zeigen und auch keine umweltabhängigen Unterschiede zwischen Jet- und Gerüstrichtung sichtbar machen, dann würde die Überzeugungskraft von EFT in dieser Frage deutlich sinken. Auch hier ist Zurückhaltung nötig: Dieser Abschnitt erklärt nicht per Text, wer bereits gewonnen hat. Er legt eine einheitlichere, weniger patchartige und leichter prüfbare Prozesskette auf den Tisch.


X. Das Urteil über Strukturbildung

Was hier stehen bleiben soll, lautet nicht: „EFT hat kosmische Strukturbildung bereits vollständig erklärt.“ Stabiler und wichtiger ist ein anderes Urteil: Filamente, Wände, Netze, Scheiben und Jets müssen nicht zuerst von einem vorausgesetzten unsichtbaren Stoffeimer als statisches Gerüst aufgebaut werden, um existieren zu dürfen. Sie können in dieselbe kontinuierliche materialwissenschaftliche Kette zurückgeschrieben werden: Frühe Nicht-Gleichmäßigkeit bewahrt Richtungserinnerung; diese Erinnerung wird bei der Bildung von Potentialmulden selektiv verstärkt; zwischen Potentialmulden wachsen Brückenrichtungen; Brückenrichtungen werden durch Zufuhr und Rückfüllung zu Filamenten und Wänden; mehrere Brücken sammeln sich zu Knoten; in Knotennähe organisiert Wirbeltextur die Zufuhr zu Scheiben; und unter extremen Betriebsbedingungen macht Korridorphysik die Richtungsnatur dieser Kette als Jet sichtbar.

Ein so beschriebenes Universum gleicht nicht länger einem statischen Bauplan, in dem zuerst ein Dunkelhalo-Gerüst gezeichnet und dann Material eingefüllt wird. Es gleicht eher einer dynamischen Stadt, die weiter wächst, sich weiter verstärkt und fortlaufend durch Zufuhr gespeist wird. Wege, Brücken, Knoten, Scheiben und Jets sind keine voneinander getrennten Begriffe, sondern unterschiedliche Bauteile derselben Herstellungskette auf verschiedenen Skalen. Genau deshalb führt dieser Abschnitt die Aussage „zusätzliche Anziehung muss nicht automatisch in einen zusätzlichen Materieeimer übersetzt werden“ aus einem lokalen Phänomen wirklich in die kosmische Struktur selbst hinein.