I. Zuerst klären, wozu die Begriffsübersetzungskarte dient
Dieser Abschnitt liefert kein kleines Wörterbuch, das Mainstream-Begriffe einfach einzeln umbenennt. Er soll die Leserin auch nicht darauf trainieren, künftig bei Wörtern wie GR, LambdaCDM, QFT, Quantenzustand oder thermodynamisch-statistischer Entropie reflexhaft auf Abwehr zu schalten. Er ist eher eine immer wieder verwendbare Begriffsübersetzungskarte: Sie zeigt, auf welcher Schicht derselbe Beobachtungswert landet, sobald er in unterschiedliche Theoriesprachen eingeht; welche Begriffe weiterhin als Rechenschnittstellen taugen; und welche Begriffe zurück in die Prüfung müssen, sobald sie zu ontologischen Urteilen aufsteigen.
Die Abschnitte 9.4 bis 9.15 haben viele starke Mainstream-Formulierungen aus der Königsschicht zurück in die Werkzeugschicht gestellt. Ohne diese Karte aber würde der Leser beim nächsten Fachartikel trotzdem von den vertrauten alten Wörtern zurück in die alte Ontologie gezogen. Genau das soll die Karte verhindern: Sie fragt bei jedem Begriff, auf welcher Schicht er jetzt verwendet werden darf, bis wohin er trägt und an welcher Stelle er heimlich eine andere Wirklichkeit unterschiebt.
II. Nach dem Abbau der alten Throne muss auch die alte Sprache neu verortet werden
Quantenontologie, Messpostulate und thermodynamisch-statistische Annahmen wurden bereits auf Schwellen, Grenzen, Rauschen und Informationsbuchhaltung zurückgeführt. Doch ein Paradigma, das nur alte Throne abbaut, ohne die alte Sprache neu zu verorten, macht sich am Ende selbst zu einer Literaturinsel. Innerhalb dieses Buches kann der Leser zwar eine neue Mechanismus-Basiskarte lernen; sobald er aber zu Mainstream-Papern, Lehrbüchern, Software oder Berichten zurückkehrt, zieht ihn eine Kette vertrauter Wörter wieder in die alte Syntax.
Dieser Schritt ist daher eher eine sprachliche Landung als ein ergänzender Anhang. Die vorangegangenen Abrechnungen wollen nicht sagen: »Diese Wörter dürfen künftig nicht mehr benutzt werden.« Sie wollen sagen: »Wenn diese Wörter weiter benutzt werden, muss klar sein, ob sie Messwerte bezeichnen, ein Kompressionswerkzeug organisieren oder so tun, als hätten sie bereits die erste Ursache benannt.« Erst mit diesem Schritt wird die Übergabe von Band 9 zu einer Disziplin des Lesens, Schreibens und Begrenzens von Begriffen.
III. Warum nach der Abrechnung sofort eine Begriffsübersetzungskarte nötig ist
Jede reife Ablösung eines Paradigmas muss am Ende ein sehr konkretes Problem lösen: Die alte Gemeinschaft hinterlässt Formeln, Diagramme, Abkürzungen und Begriffe in großer Menge. Kann man sie künftig noch lesen? Und wenn ja, in welcher Bedeutung? Wird diese Frage nicht beantwortet, wird der neue Rahmen leicht zu einer Sprache, die nur sich selbst erklärt. Er mag intern geschlossen wirken, kann aber vorhandene Literatur, Daten und Ingenieurwerkzeuge nicht an seine eigene Mechanismus-Basiskarte anschließen.
Deshalb ist dieser Abschnitt kein milder Ausklang, sondern ein praktisches Werkzeug für das spätere Lesen und Schreiben. Er soll eine neue Reaktion einüben: Wenn »Expansion« erscheint, fragt man zuerst, ob damit eine Kompressionsschreibweise für Rotverschiebung, Entfernung und Parametertabellen gemeint ist. Wenn »Wellenfunktionskollaps« erscheint, fragt man zuerst, ob hier ein alter Name für Ausleseverriegelung benutzt wird. Wenn »Dunkle-Materie-Halo« erscheint, fragt man zuerst, ob damit nur eine Inversionsschnittstelle gemeint ist und nicht ein Vorratsbestand des Universums. Der Wert der Begriffsübersetzungskarte liegt nicht darin, alte Wörter auszulöschen. Er liegt darin, dass alte Wörter nicht weiter ihre alten Throne schmuggeln können.
IV. Die Karte ist kein mechanisches Wörterbuch, sondern eine Karte aus Schichtung, Geltungsbereich und Schnittstelle
Gerade deshalb darf diese Karte nicht wie ein mechanisches Wörterbuch geschrieben werden. Derselbe Mainstream-Begriff kann in unterschiedlichen Fenstern auf ganz verschiedene Schichten fallen. »Feld« ist beim Lösen, Fitten und technischen Gegenüberstellen oft eine extrem effiziente Seezustandskarte. Wird es aber als von Natur aus selbständige Entität geschrieben, deren Arbeitsursprung nicht mehr befragt werden muss, überschreitet die Bedeutung ihre Grenze. »Teilchen« ist beim Zählen, Streuen und Auslesen von Detektoren ebenfalls oft nützlich. Wird es aber als dauerhaft harter, dauerhaft punktförmiger Träger mit ontologischer Betriebserlaubnis behandelt, muss EFT es auf verriegelte Struktur, Wellenpaket-Spektrum und lokalen Abschluss an der Schnittstelle zurückführen.
Jede Kategorie dieser Übersetzung muss deshalb gleichzeitig vier Fragen beantworten:
- In welchem Arbeitsfenster ist dieser Begriff im Mainstream am stärksten?
- Bis zu welchem Schritt erlaubt EFT, dass er weiterverwendet wird?
- Welche Wirklichkeitsschicht vertauscht er, sobald er noch einen Schritt weitergeht?
- Und wenn beide Deutungen in Konflikt geraten, zu welcher Urteilslinie, welcher Beobachtungsklasse oder welcher Kalibrierkette muss man zurückkehren?
Reife Begriffsübersetzung bedeutet also nie, Wort A mechanisch durch Wort B zu ersetzen. Sie gibt dem Leser eine Grenzkarte: Bis hierhin darf man Gleichsetzung verwenden; ab hier nicht mehr; und wenn es schiefgeht, muss dort erneut geprüft werden.
V. Gesamtregel: Zuerst fragen, auf welcher Schicht der Begriff spricht
Die verlässlichste Gesamtregel lautet: Jeder Begriff wird zuerst in drei Schichten zerlegt.
- Die erste Schicht ist die Beobachtungs- oder Ausleseschicht: Rotverschiebung, Linsenwinkel, Spektrallinie, Klick, Temperaturunregelmäßigkeit, Lebensdauer, Zerfallsrate, Korrelationspeak. Solche Wörter protokollieren zuerst Mess- oder Auslesefakten und können in der Regel unverändert stehen bleiben.
- Die zweite Schicht ist die Rechen- oder Kompressionsschicht: metrische Expansion, Potentialtopf, Wellenfunktion, Zustandssumme, Dunkelhalo, renormiertes Feld, effektives Potential, geometrischer Horizont. Diese Wörter sind oft äußerst effiziente Schnittstellen, mit denen eine Gemeinschaft Buch führt.
- Erst die dritte Schicht ist die Mechanismusschicht. In EFT führt sie normalerweise zurück zum Energie-Meer, zu Textur- und Spannungszuständen, verriegelten Strukturen, Schwellenketten, Grenzarbeit, Rauschuntergrund, Informationsabfluss und historischem Gedächtnis.
Der häufigste Grenzübertritt des Mainstreams besteht darin, die zweite Schicht direkt als dritte auszugeben: Weil ein Begriff hervorragend rechnet, erklärt er beiläufig, er selbst sei die Ontologie des Universums. EFT hat das entgegengesetzte Risiko: Weil es tiefer über die dritte Schicht sprechen will, könnte es versucht sein, die zweite Schicht pauschal zu tilgen, als würden alle alten Werkzeuge wertlos, sobald die Basiskarte erreicht ist. Genau diese beiden Extreme sind hier ausgeschlossen. Was rechnet, darf weiter rechnen; was komprimiert, darf weiter komprimieren. Die ontologische Stimme aber muss zu der Schicht zurückkehren, die geschlossener begründen und härter geprüft werden kann.
Künftig kann jeder hochfrequente Begriff mit einem sehr schnellen Selbstcheck gelesen werden: Meldet er einen Messwert? Organisiert er eine Formel? Oder spricht er ein Urteil über die erste Ursache? Sobald diese drei Schichten getrennt sind, kühlen viele früher unvereinbar wirkende Debatten ab, denn oft streiten die Seiten gar nicht über dieselbe Ebene der Wirklichkeit.
VI. Wie kosmologische Begriffe zu übersetzen sind
In der Kosmologie gehören Mainstream-Begriffe wie »Expansion«, »kosmologische Konstante«, »Dunkle Energie«, »Ursprung des CMB«, »einziger Fingerabdruck der BBN« und »LambdaCDM-Parametertopf« meist zurück in die Kompressions- und Skriptschicht. »Expansion« kann weiterhin eine effiziente Schreibweise für Rotverschiebungs-, Entfernungs- und Hintergrundparametertabellen sein. Sobald aber gefragt wird, was Rotverschiebung zuerst protokolliert, sollte die Erklärungshoheit zuerst zur TPR-Hauptachse, zur PER-Residuenposition, zum Quelltakt und zur vollständigen Kalibrierkette zurückkehren. »Dunkle Energie« oder ein Lambda-Term kann weiterhin eine temporäre Schnittstelle sein, die Restdifferenzen glattzieht; daraus folgt aber nicht automatisch ein überall vorhandenes Grundwesen. Das CMB gleicht eher einer Platte, die extreme Frühbedingungen belichtet haben; die BBN gleicht eher einem Leichtelemente-Hauptbuch einer bestimmten historischen Phase. Beides ist hart, aber keines davon besitzt von Natur aus das Recht, die ganze Kosmosgeschichte mit einem einzigen amtlichen Stempel zu versehen.
Auch LambdaCDM ist in der EFT-Übersetzung keine »falsche Software«. Es ist eine zusammengesetzte Hülle, die weiterhin Fits laufen lassen, Diagramme verdichten und als gemeinsame Vergleichssprache zwischen Teams dienen kann. Zurückgeholt werden soll nur das Privileg, mit dem seine abstrakten Töpfe automatisch über die Erklärung regieren. Rotverschiebung kehrt zuerst zu TPR und Kalibrierkette zurück; zusätzliche Anziehung und zusätzliche Linsenwirkung zuerst zu dunklem Sockel, STG, TBN und Ereignisgeschichte; frühe Gleichförmigkeit zuerst zur Aufnahmeplatte der Frühbedingungen und zum Fenster-Hauptbuch; Strukturwachstum zuerst zu Richtungs-Gedächtnis, Brückenauswahl, Wirbel-Planenbau und Geradtextur-Netzbau. Ist diese Schichtung klar, wird der Leser kosmologische Fachartikel nicht mehr so leicht mit der Aussage verwechseln, das Universum habe seine eigene wahre Natur bereits selbst benannt.
VII. Wie Begriffe zu Gravitation und Raumzeit zu übersetzen sind
Im Block Gravitation und Raumzeit ist die stabilste Übersetzung für »Raumzeitkrümmung«, »Metrik«, »Geodäte«, »gravitative Rotverschiebung« und »Zeitdilatation« die folgende: Zuerst sind sie geometrische Schreibweisen, in denen Spannungsgefälle, Taktdifferenzen und Wegneuordnung makroskopisch grobgekörnt erscheinen. Das geometrische Bild bleibt außerordentlich wichtig, weil es Umlaufbahnen, Linsen, Verzögerungen, Uhrenunterschiede und Wellenformen auf einem Blatt bündeln kann. Sobald die Frage aber weitergeht - woher das Gefälle kommt, warum die Uhr langsamer geht, wie Grenzen Arbeit leisten -, darf die Erklärung nicht in der geometrischen Hülle stehen bleiben. Sie muss zum Spannungs-Hauptbuch selbst zurückkehren.
Daher lässt sich das »Äquivalenzprinzip« besser als gleichwertige Auslesung desselben Spannungs-Hauptbuchs in unterschiedlichen Anordnungen übersetzen. Der »starke Lichtkegel« lässt sich besser als starke Fassung von Relais-Obergrenze, Schwellenöffnung und Fidelitätsdisziplin in geometrischer Sprache lesen. Der »absolute Horizont« muss zu einer hochverweilenden, atmenden, gegateten äußeren kritischen Arbeitsschicht umgeschrieben werden. Damit wird GR nicht gelöscht. Sie wird von der Position »letzte Antwort, nach der man nicht mehr fragen muss« auf die Position einer extrem starken Übersetzungs- und Schnellrechenhülle zurückgestellt.
VIII. Wie Begriffe zu schwarzen Löchern, Horizonten und extremen Himmelskörpern zu übersetzen sind
Im Fenster schwarzer Löcher und extremer Himmelskörper bündelt schon das Mainstream-Wort »schwarzes Loch« häufig zu viele Wirklichkeitsschichten: äußeren Schatten, Akkretionsscheibenstrahlung, Ringdown-Moden, Gezeitenzerreißen, Jets, nahe-Horizont-Zeitmuster und das Problem des Informationsausflusses. EFT verlangt eine feinere Übersetzung. Zuerst wird zerlegt in Hochspannungsobjekt, äußere kritische Arbeitsschicht, Hochverweil-Umlagerungszone, Korridor- und Gate-Schnittstellen sowie eine Kette re-kodierter Ausflüsse. Dann ist der Schatten nicht mehr automatisch der innere ontologische Kern; der Ringdown ist nicht mehr automatisch die Geometrie, die aus sich selbst singt; und Jets sind nicht mehr nur eine Begleiterscheinung des schwarzen Lochs. Sie zeigen wieder, welche Schicht von Grenze und Arbeit sie jeweils protokollieren.
Besondere Vorsicht ist beim Begriff »Singularität« nötig. Im Mainstream wird er oft als Endwort verwendet, das übrig bleibt, wenn eine Gleichung bis an ihr Extrem getrieben wird. EFT liest ihn lieber als Warnsignal: Entweder ist die grobgekörnte Sprache am Ende ihrer Auflösung angekommen, oder im Material-Hauptbuch liegen Umlagerungen und Schwellen, die noch nicht entfaltet wurden. Anders gesagt: Eine Singularität ist eher die Markierung »hier versagt die alte Übersetzung« als ein Bekenntnis des Universums zu einem erklärungsfreien Punkt.
IX. Wie Begriffe zu Teilchen, Feldern und Wechselwirkungen zu übersetzen sind
Bei Teilchen, Feldern und Wechselwirkungen muss die Übersetzung direkter werden. »Teilchen« kehrt in EFT zuerst zu verriegelten Strukturen und stabilen Konfigurationen zurück. »Photon« kehrt zuerst zu der kleinsten abrechenbaren Einheit zurück, die das Wellenpaket-Spektrum am Tor von Emission, Absorption, Streuung und Auslesung zeigt - nicht zu einer kleinen Perle, die unterwegs allein durch den Raum fliegt. »Feld« kehrt zuerst zu Seezustandskarte, Wetterkarte und Navigationskarte zurück, nicht zu einer unabhängigen Entität, die das Universum zusätzlich ausfüllt. »Kraft« kehrt zuerst zu Gefälle-Abrechnung, ineinandergreifender Umlagerung und Lückenauffüllung zurück, nicht zu vier voneinander isolierten geheimnisvollen Händen.
Eine Schicht höher müssen auch »Symmetrie«, »Statistik«, »Trennung der vier Kräfte« und »Higgs-Massengebung« neu verortet werden. Symmetrie ist zuerst eine Kompressionsgrammatik desselben Hauptbuchs in unterschiedlichen Schreibweisen. Statistik ist zuerst eine Materialfolge von Überlagerbarkeit oder fehlender isomorpher Überlagerbarkeit. Die vier Kräfte sind eher Erscheinungsklassen von drei Mechanismen, zwei Regeln und einem Boden in unterschiedlichen Fenstern. Das Higgs ist eher ein skalarer Schwingungsknoten unter Hochspannungsbedingungen, ein Maßstab für Phasenverriegelungs-Schwellen und eine Übergangshülle - nicht der einzige oberste Ausweisgeber, der im ganzen Universum Masse verteilt.
Auch Wörter wie »Dunkle-Materie-Halo« oder »Kandidat für kalte Dunkle Materie« können in vielen Simulationen und Inversionsaufgaben weiterverwendet werden. In der EFT-Übersetzung sind sie aber zuerst Platzhalter auf der Schnittstellenebene. Die weiter vorn liegende Mechanismus-Semantik führt zurück zum dunklen Sockel, zur statistischen Spannungsgravitation (STG), zum lokalen Spannungsrauschen (TBN) und zu GUP als gemeinsamem Eingang der Vielzahl kurzlebiger Strukturen. Zusätzliche Anziehung, zusätzliche Linsenwirkung und Strukturwachstum dürfen weiterhin von alten Schnittstellen organisiert werden; sie werden aber nicht mehr automatisch von einem Topf langfristig stabiler unsichtbarer Teilchen erklärend monopolisiert.
X. Wie Begriffe zu Quanten und Messung zu übersetzen sind
Der Quantenblock ist die Stelle, an der diese Karte am leichtesten missverstanden werden kann. »Wellenfunktion«, »Zustandsvektor« und »Dichtematrix« müssen in EFT nicht grob gestrichen werden. Sie werden zuerst als Hauptbuch gelesen, das unter gegebenem Seezustand, gegebenen Grenzen, gegebener Präparation und gegebener Umweltkopplung eine Menge möglicher Kanäle, erlaubter Zustände und relativer Gewichte führt. »Überlagerung« ist kein geheimnisvoller Körper, der sich gleichzeitig aufteilt, sondern die Koexistenz mehrerer nahezu möglicher Kanäle, bevor der lokale Abschluss entschieden ist.
Liest man mit dieser Karte weiter, dann ist »Messung« zuerst Sondeneinfügung und Kartenumschreibung; »Kollaps« zuerst die Verriegelung einer Geschichte, nachdem ein Kanal als Erster abgeschlossen hat; »Verschränkung« zuerst eine Fernerscheinung von Korridor-Korrelation und Hauptbuch-Kopplung unter der Leitplanke fehlender Kommunikation; »Dekohärenz« zuerst der Abrieb der Kanalidentität durch Umweltabfluss; »Tunneln« zuerst das Überschreiten eines Schwellenkamms, sofern die Schwellenkette den Abschluss erlaubt. So können die stärksten Formeln und zuverlässigsten Wahrscheinlichkeitsprognosen aus Quantenartikeln weiter erhalten bleiben. Erneut zur Prüfung gestellt werden nur jene alten Sätze, die sich mit der Stärke der Formel nebenbei eine mystische ontologische Aura verschafft haben.
XI. Wie Begriffe zu Thermo-Statistik und makroskopischer Irreversibilität zu übersetzen sind
Auch die Übersetzung der Thermo-Statistik und der makroskopischen Irreversibilität folgt derselben Logik. »Temperatur« ist zuerst ein Gesamtmesswert aus Stärke des Rauschuntergrunds, Klopfrate an Schwellen und Dichte aktivierbarer Kanäle. »Entropie« ist zuerst das unter gegebenen Randbedingungen nutzbare Umlagerungsvolumen des Systems und der Grad, in dem Feininformation in so viele Umweltfreiheitsgrade gestreut ist, dass sie praktisch nicht mehr zurückverfolgt werden kann. »Gleichgewicht« ist zuerst ein Langzeit-Stabilspektrum von Austausch, Wiederverpackung und Umverteilung. »Irreversibilität« ist zuerst das Ergebnis, dass nach Informationsschreibung die Schwelle für den Rückprozess ansteigt und die historische Verriegelung immer tiefer wird.
Daher bleiben Zustandssumme, freie Energie, Transportgleichungen, Fluktuations-Dissipations-Beziehung und Phasenübergangs-Parametertabellen in der EFT-Übersetzung weiterhin makroskopische Kompressionssprachen, die zu stark sind, um geringgeschätzt zu werden. Nur besitzen sie nicht mehr automatisch das Privileg, die letzte Ursache schon gefunden zu haben. Wer künftig Thermo-Statistik liest, sollte nicht zuerst fragen, ob die Formel elegant genug ist, sondern welche Art von Austausch, welchem Informationsabfluss, welchem Kanalvolumen und welcher Schwellen-Geschichte diese statistischen Größen eine Kurzfassung geben.
XII. Welche Wörter fast gleich weiterverwendet werden können - und welche nur bis zu einem bestimmten Schritt
Zusammengefasst ergibt diese Karte eine Dreiteilung.
- Die erste Klasse umfasst Auslesewörter, die nahezu unverändert bleiben können: Rotverschiebung, Linsenwinkel, Spektrallinie, Klick, Lebensdauer, Korrelationspeak, Inhomogenität, nichtthermischer Schwanz, Helligkeitsresiduum. Sie berichten zuerst Fakten; man muss nicht sofort neue Wörter erfinden.
- Die zweite Klasse umfasst Schnittstellenwörter, die erhalten bleiben dürfen, deren Geltungsbereich aber markiert werden muss: Expansion, Feld, Teilchen, Temperatur, Entropie, Wellenfunktion, Horizont, Dunkelhalo, geometrische Krümmung. In Rechnung und Kommunikation sind sie oft äußerst wertvoll; sobald sie vom Kontext abgelöst werden, neigen sie aber dazu, in die Ontologie des Universums überzugreifen.
- Die dritte Klasse umfasst Hochrisikowörter: Singularität, absolutes Vakuum, absolute Konstante, unabhängig fliegendes Photon, a-priorischer Kollaps, absoluter Ereignishorizont, einziges Ursprungsskript des Universums, der notwendige Topf unsichtbarer Teilchen, thermodynamisch-statistische Postulate, nach denen man von Natur aus nicht weiter fragen dürfe. Diese Wörter sind nicht pauschal verboten. Sobald sie erscheinen, muss man jedoch sofort fragen, ob sie als algorithmischer Platzhalter, als Fensternäherung oder wieder als geschmuggelter alter Thron auftreten. Genau in dieser Risikomarkierung liegt der eigentliche Wert der Begriffsübersetzungskarte.
XIII. Die Vier-Schritt-Übersetzungsmethode für jedes künftige Paper
Was dieser Abschnitt dem Leser eigentlich mitgeben will, ist nicht nur eine Sammlung von Begriffseinträgen, sondern eine Vier-Schritt-Methode für jedes spätere Paper. Erstens: den Mess- oder Auslesewert erkennen - was wurde tatsächlich gemessen, was wurde gefittet, welche Größen sind direkte Beobachtungen und welche bereits Modellinversionen? Zweitens: die Schnittstelle erkennen - welche Kompressionssprache wird verwendet: Geometrie, Feldtheorie, Statistik, kosmologischer Parametertopf oder Quantenzustands-Hauptbuch? Drittens: erst dann nach dem Mechanismus fragen - wenn EFT es neu formuliert, auf welche Glieder von Seezustand, Struktur, Schwelle, Grenze, Rauschen, Geschichte und Kalibrierkette müssten diese Messwerte zurückgehen? Viertens: das Gewicht beurteilen - was hat das Paper wirklich gezeigt, und was bleibt eine nützliche Arbeitsgrammatik ohne ontologische Lizenz?
Sobald diese vier Schritte zur Gewohnheit werden, wird die Lektüre von Fachliteratur deutlich leichter. Eine GR-Arbeit kann auf der geometrischen Übersetzungsschicht sehr stark sein und die Ontologie dennoch bewusst offenlassen. Eine LambdaCDM-Arbeit kann ausgezeichnete gemeinsame Fits liefern, ohne damit bewiesen zu haben, dass die dunklen Töpfe reale Vorratsbestände des Universums sind. Eine Quantenarbeit kann Kanalgewichte präzise vorhersagen und Messung trotzdem als geheimnisvolles Postulat schreiben. Band 9 zwingt den Leser also nicht in ein Lager. Er lehrt, Daten, Werkzeuge und Ontologie neu zu verbuchen.
Damit diese Vier-Schritt-Methode nicht bei einzelnen Wörtern stehen bleibt, kann der Leser eine härtere Gegenüberstellung anschließen. Wo H0, Ωm, ΩΛ, Dunkelhalo-Konzentration, Temperatur, Entropie, Krümmungsskala oder Zustandsvektor-Gewicht auftauchen, sollte nicht zuerst gefragt werden, wie diese Größe in der alten Grammatik heißt. Zuerst sollte gefragt werden, welche Klasse von Seezustandsvariablen, Strukturanteilen, Randbedingungen oder Kalibrierketten sie in EFT komprimiert. Band 9 verlangt hier nicht, sofort ein ausgereiftes numerisches Softwarepaket zu liefern. Er muss aber die Disziplin klar aussprechen: Parametertabellen werden künftig zuerst rückübersetzt und erst danach ontologisch gedeutet.
XIV. Kernurteil
Die Funktion der Begriffsübersetzungskarte besteht nicht darin, beide Seiten zu vermischen. Sie soll begriffliche Missverständnisse verhindern: Derselbe Beobachtungswert spricht in Mainstream-Sprache und in EFT-Sprache oft nicht über dieselbe Schicht der Wirklichkeit.
Dieser Satz muss hier klar ausgesprochen werden, weil er beide Seiten derselben Einschränkung unterwirft. Der Mainstream darf nicht weiter mit vertrauten Wörtern und vertrauten Satzformen automatisch das erste Rederecht über die Wirklichkeit beanspruchen. EFT darf umgekehrt nicht, nur weil es eine tiefere Mechanismuskarte besitzt, alle alten Wörter pauschal als Abfall behandeln. Eine ernsthafte Übergabe verbrennt die alte Literatur nicht. Sie lässt die alte Literatur weiter lesbar, weiter berechenbar und weiter ingenieurtechnisch fruchtbar bleiben - und holt zugleich den ontologischen Thron zurück, den sie nie allein besitzen durfte.
XV. Zusammenfassung
Dieser Abschnitt presst die fortlaufende Abrechnung der ersten Hälfte von Band 9 in eine tragbare Begriffsübersetzungskarte und zugleich in eine jederzeit nutzbare Taschenmethode: Bei jedem alten Wort zuerst schichten, dann den Geltungsbereich markieren, dann rückübersetzen und am Ende die Grenze prüfen. Nach dieser Karte bleiben dem Leser beim Mainstream nicht mehr nur zwei unbeholfene Haltungen: alles vollständig übernehmen oder bei jedem alten Begriff reflexhaft abwehren. Reifer ist die dritte Haltung: Messwerte bleiben Messwerte, Schnittstellen bleiben Schnittstellen, Mechanismen kehren zur Basiskarte zurück; die alte Sprache dient weiter der Rechengemeinschaft, während die Erklärungshoheit schichtweise übergeht.
Beim Gebrauch dieser Karte sollte man sich drei Tore merken. Bei jedem hochfrequenten Begriff zuerst fragen, auf welcher Schicht er liegt. Bei jedem äußerst erfolgreichen Begriff zuerst fragen, ob sein Erfolg die Stärke eines Werkzeugs oder die erste Ursache beweist. Bei jedem Konflikt zwischen alter und neuer Sprache zuerst fragen, ob beide Seiten überhaupt über dieselbe Wirklichkeitsschicht streiten. Sind diese drei Fragen gestellt, wird die Lektüre kosmologischer, gravitativer, teilchenphysikalischer, quantenphysikalischer und thermo-statistischer Arbeiten deutlich stabiler.
Sobald die Karte als Dekodierkarte benutzt wird, bleibt die Übergabe von Band 9 nicht mehr auf der Ebene der Terminologie stehen. Sobald die Lesedisziplin stabil wird, verändert sich auch die Reihenfolge des Bauens. Begriffsschichtung legt dem Leser keine zusätzliche Namenslast auf. Sie ordnet für die nachfolgenden Experimente, Geräte und Beobachtungen schon jetzt Prioritäten und greifbare Variablen.